So hilft klassischer Journalismus bei der Ansprache der richtigen Zielgruppe

Björn Tantau
Von Björn Tantau April 10, 2014

So hilft klassischer Journalismus bei der Ansprache der richtigen Zielgruppe

Wie findet man die richtige Zielgruppe für einen bestimmten Inhalt? Der Content-Marketing-Hype der letzten Monate hat dafür gesorgt, dass immer mehr Inhalte im Internet veröffentlich wird – schon macht das Gespenst des „Content Schocks“ die Runde. Die Gefahr: Wenn immer mehr Inhalte veröffentlicht werden, dann stumpfen die Konsumenten ab, entwickeln einen Tunnelblick und nehmen nur noch einen Bruchteil der potenziell interessanten Beiträge im Internet wahr. Pro Tag werden weltweit schätzungsweise allein mehr als zwei Millionen Blog-Artikel veröffentlicht, doch auch wird nur ein Bruchteil wirklich ernsthaft konsumiert. Oft liegt es daran, dass nicht die richtige Zielgruppe anvisiert wurde. Dieses Problem lässt sich lösen, indem man sich am klassischen Journalismus orientiert. Hier gibt es einige Regeln zu beachten, die letztendlich für die richtige Struktur eines Artikels sorgen und alle Aspekte beleuchten, die für das Erreichen der richtigen Zielgruppe verantwortlich sind. Welche Regeln das sind, erklären wir in dem folgenden Artikel.

Inhalte müssen einen hohen Nachrichtenwert bieten

In vielen Fällen wird ein im Internet veröffentlichter Artikel in einer „informierenden Darstellungsform“ verfasst. Hier geht es um den „Nachrichtenwert“, der sich aus verschiedenen Faktoren zusammensetzt: Der Aktualität sowie dem Wissens-, Unterhaltungs- und Nutzwert. Diese vier Faktoren sagen eigentlich schon alles, denn grundsätzlich wird ein Inhalt viel mehr konsumiert, wenn er potenziellen Leserinnen und Lesern etwas bietet.

Die meisten Menschen wollen über aktuelle Ereignisse informiert werden, nicht umsonst gibt es so viele Nachrichten-Magazine – nicht nur im Internet, sondern auch im Radio, im TV oder als Zeitung. Damit der „Nachrichtenwert“ möglichst hoch ist, versuchen viele Inhalte zusätzlich Wissen zu vermitteln, anderen wollen unterhalten und wieder andere sind nützlich. Im Idealfall kommen alle Faktoren zusammen, so dass wirklich hochwertiger Content entsteht.

Ein sehr hoher „Nachrichtenwert“ ist aber noch immer keine Garantie dafür, dass ein Artikel auch von sehr vielen Menschen konsumiert wird. Verfehlt man die Zielgruppe, dann ist auch der beste und hochwertigste Inhalt nichts wert. Der klassische Journalismus hilft, dieses Problem zu lösen oder es im besten Fall gar nicht erst entstehen zu lassen. Grundsätzlich muss man nur sechs Fragen im Hinterkopf behalten, um mit den eigenen Inhalten die richtige Zielgruppe zu erreichen.

Mit den sechs richtigen „W-Fragen“ auf dem Weg zur Zielgruppe

Die Sache mit der Zielgruppe lässt sich durch sechs gezielte „W-Fragen“ geschickt in die richtige Richtung lenken. Was ursprünglich aus dem klassischen Journalismus stammt und dort schon seit Jahrzehnten effektiv und gewinnbringend angewendet wird, kann problemlos auf das digitale Marketing angewendet werden.

Vor dem Verfassen eines Inhaltes muss man sich als Autor über die folgenden Dinge klar werden:

„Wer“ ist die Zielgruppe?

Je genauer diese Gruppe von Personen definiert wird, desto besser wird ein Inhalt funktionieren. Der Grund liegt auf der Hand: Eine Hobby-Köchin wird sich garantiert für neue Dessert-Rezepte interessieren, nicht aber für Anleitungen zum Reinigen von Zündkerzen.

„Was“ braucht die Zielgruppe?

Im zweiten Schritt muss definiert werden, welche Inhalte sich für die zuvor identifizierten Personen überhaupt eignen. Es reicht nicht, hier einen fachlich interessanten Inhalt abzuliefern. Wer aus der Masse herausstechen will (und das ist bei 2 Millionen täglich veröffentlichten Inhalten notwendig), muss seiner Zielgruppe wirklich etwas bieten. Das können hilfreiche Tipps oder Anleitungen sein – eben Inhalte, bei denen die Zielgruppe ganz klar Nutzen und Mehrwert erkennen.

„Wann“ ist die Zielgruppe aktiv?

Marketing im Internet ist toll, weil man so gut wie alles messen kann. Aus diesem Grund weiß man im Idealfall auch, wann die eigene Zielgruppe aktiv – also online – ist. Dieses Wissen ist für den Erfolg eines Inhalts entscheidend. Verfehlt man den richtigen Zeitpunkt, dann geht wichtige Reichweite verloren, die sich ohne weiteres nicht wieder aufholen lässt.

„Wo“ ist die Zielgruppe aktiv?

Auch das ein wichtiger Faktor, der berücksichtigt werden muss. Das Wissen über den digitalen Aufenthaltsort der eigenen Zielgruppe ist entscheidend, um möglichst viele dieser Personen zu erreichen. Es muss nicht immer Facebook sein, zahlreiche themenspezifische Foren und Blogs können sich ebenso eignen, um dort die eigene Zielgruppe zu bespielen. Gleichzeitig ist neben dem digitalen Aufenthaltsort aber auch der reale Aufenthaltsort wichtig, abhängig vom Thema des Inhalts. Jemand, der in Berlin lebt, braucht sehr wahrscheinlich keine Restaurant-Tipps für Monaco, nach denen wird er suchen, wenn er dort vor Ort ist. Aktuell ist diese Person aber eher an guten Inhalten interessiert, die sich mit Berlin beschäftigen.

„Warum“ ist die Zielgruppe überhaupt online?

Wird nach bestimmten Informationen gesucht, um zum Beispiel ein technisches Gerät zu kaufen? Dann muss man genau diese Informationen liefern. Oder geht es darum, ein Restaurant um die Ecke zu finden? Dann müssen möglichst genaue Informationen zu eben diesem Restaurant geliefert werden.

„Wie“ ist die Zielgruppe online?

Auch das Endgerät, auf dem die Informationen angezeigt werden, spielt eine Rolle: Mobile Nutzerinnen und Nutzer werden andere Dinge nachfragen, als das bei Usern der Fall ist, die im Büro vor einem Desktop-PC sitzen. Der mobile Bereich wird immer wichtiger, alle Zahlen deuten schon heute darauf hin, dass die Desktop-Nutzung immer rückläufiger wird. So sind zum Beispiel schon heute 20 Prozent aller Facebook-User ausschließlich mobil in dem sozialen Netzwerk aktiv – und diese Zahl wird weiter steigen. Wer in Zukunft sicher gehen will, die eigene Zielgruppe zu erreichen, muss handeln und die eigenen Inhalte für mobile Endgeräte anpassen und optimieren.

Fazit

Hochwertige Inhalte sind das Ergebnis umfangreicher Planung und sinnvoller Prozesse. Das Problem: Wer nicht sorgfältig plant, riskiert den Verlust von Reichweite und schöpft so nicht sein volles Potenzial aus – wichtige Chancen werden also vergeben. Wer sich der sechs einfachen „W-Fragen“ als Instrument aus dem klassischen Journalismus bedient, kann dieses Problem dagegen zuverlässig aus dem Weg räumen. Die Zielgruppe muss bei der Content-Erstellung immer im Mittelpunkt stehen. Wer sie aus den Augen verliert, wird mit seinen Inhalten weder kurz- noch langfristig erfolgreich sein.

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