6 Social Media Marketing Trends für 2014

Björn Tantau
Von Björn Tantau Januar 8, 2014

Das neue Jahr ist mittlerweile eine Woche alt – da wird es Zeit, sich mit den Social Media Marketing Trends für 2014 zu beschäftigen. 2013 hat gezeigt, dass soziale Netzwerke endgültig etabliert sind und in keinem Online-Marketing-Mix mehr fehlen dürfen. Wie jede andere Disziplin entwickelt sich aber auch Social Media rasend schnell und es wird immer wichtiger, am Ball zu bleiben. Denn dank sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter und Google+ ist dieser Bereich neben klassischen Kanälen wie zum Beispiel der Websuche von Google auch 2014 ein Garant für mehr Reichweite. Und diese Reichweite sollte man sich nicht entgehen lassen.

6 Social Media Marketing Trends für 2014

1. Kein Erfolg ohne zielgerichtete Planung

In den letzten Jahren reifte bei vielen Marketing-Verantwortlichen die Überzeugung, dass man bei Social Media „dabei sein“ muss. „Wir haben jetzt auch eine Facebook Page“, hörte man oft. Problem: In vielen Fällen ging es einfach nur darum, eine soziale Präsenz zu eröffnen. Was genau man damit machen wollte, blieb oft im Dunkeln.

2014 wird es nicht mehr reichen, einfach nur „dabei zu sein“. Jetzt kommt es darauf an, wirklich zu zeigen, dass soziale Kanäle auch einen sinnvollen Zweck erfüllen. Das kann sich auf Branding und Markenbildung beziehen. Weil zielführende Tätigkeiten aber mehr und mehr Geld kosten, muss langsam auch damit begonnen werden, diese Kanäle zu monetarisieren.

Ein wichtiger Social Media Marketing Trend für 2014 ist also die Strategie. Nur wer sein Ziel kennt, kann Methoden und Pläne entwickeln, dieses Ziel auch zu erreichen. Wie genau eine Strategie letztlich aussieht, hängt von zahlreichen Faktoren ab. Wichtig ist, dass überhaupt eine Strategie entwickelt und auch konsequent angewendet wird.

2. Social Mobile wird Pflicht

2013 steht für eine extrem wichtige Erkenntnis: Mobile Endgeräte sind aus dem digitalen Alltag nicht mehr wegzudenken. Smartphones und Tablets werden von Millionen von Menschen täglich benutzt und informieren über alles, was das Internet spannend macht.

Allein der Anstieg der mobilen Nutzung von Facebook hat gezeigt, dass das weltweit größte soziale Netzwerk schon längt eine „Mobile First“-Company ist. Dieser Trend hat schon 2013 begonnen und wird sich 2014 fortsetzen. Und das ist auch genau der Grund, warum Social Media Marketing dieses Jahr und in der Zukunft noch stärker auf mobilen Endgeräten stattfinden wird.

Das bedeutet vor allem für Content-Anbieter, dass die eigenen Inhalte nicht nur in sozialen Netzwerken platziert werden müssen. Es bedeutet auch, dass diese Inhalte passend für mobile Endgeräte ausgegeben werden müssen. Passiert das nicht, werden solche Inhalte möglicherweise gar nicht konsumiert und tragen so nicht zur Reichweitensteigerung bei. Um das zu vermeiden, muss Social Media Marketing mehr auf mobile Endgeräte zugeschnitten werden. Dass das funktioniert, konnte man schon 2013 beobachten. 2014 wird die Ausrichtung auf Smartphones und Tablets unausweichlich sein, wenn man keine Wettbewerbsnachteile fürchten will.

3. Marken schlagen Massen-Medien

Durch die Möglichkeit, sich seiner Zielgruppe auf sozialen Netzwerken möglichst passgenau zu präsentieren, schwindet der Einfluss der traditionellen Massen-Medien weiter. Vor allem der Print-Bereich wird das weiter zu spüren bekommen. Marken dagegen genießen Vorteile, weil sie nun direkt mit ihrer Zielgruppe konsumieren können.

2014 wird sich mehr und mehr zeigen, dass (große) Marken nicht mehr so stark auf klassische Vertriebskanäle angewiesen sind. Das heißt auch, dass man in der Gestaltung seiner Marketing-Kampagnen flexibler sein kann. Es heißt aber auch, dass es 2014 noch wichtiger wird, selbst Content zu produzieren und diesen Content auch selbst zu distributieren. Eine Marke wird so selbst zum Medium – mit allen dazugehörigen Konsequenzen und Vorteilen.

Soziale Netzwerke sind dann „nur noch“ als Verteiler zu betrachten, die zur Erhöhung der Reichweite beitragen. Das bedeutet nicht, dass Facebook und Co. weniger wichtig werden. Allerdings muss der Fokus von Marken darauf liegen, den eigenen Content möglichst selbst kontrollieren zu können. Eine qualitativ hochwertige Website mit ebenso hochwertigen Inhalten, die im besten Fall auf einem Corporate Blog integriert und zusammengefasst werden, wird 2014 noch mehr als bisher Grundlage für erfolgreiches Social Media Marketing sein.

4. Automatisierung von Social Media nicht mehr verpönt

Es ist noch nicht lange her, da waren „Social Crosspostings“ nicht gern gesehen. Postings also, die auf unterschiedlichen sozialen Netzwerken veröffentlich wurden, im Kern aber überwiegend identisch waren. Auch heute ist das nicht die sauberste Lösung, doch in vielen Fällen geht es nicht mehr anders.

Hintergrund ist die Zunahme der Möglichkeiten im Social Media Marketing. Wer seine Follower auf allen sozialen Kanälen adäquat informieren und auf dem Laufenden halten will, kommt über eine gewisse Automatisierung nicht mehr herum. Dabei spielt es keine Rolle, um welche Inhalte es sich handelt. Wichtig wird 2014 sein, dass die richtigen Inhalte bei den richtigen Zielgruppen ankommen.

Anbieter wie Hootsuite arbeiten seit Jahren daran, sinnvolle Dashboards anzubieten, mit denen man diese Ziele erreichen kann. Dabei werden diese Tools immer besser und ermöglichen sogar, bestimmte Veröffentlichungen für einzelne soziale Netzwerke automatisch so zu planen, dass das Maximum an Reichweite erzeugt wird – je nachdem, wann die meisten Personen aus einer Zielgruppe auf dem jeweiligen Netzwerk online sind.

5. Google+ wird mehr Einfluss auf die Google-Suche haben

Google+ hat einen großen Vorteil. Das soziale Netzwerk aus dem Hause Google muss sich nicht zwangsläufig rentieren. Zwar wird es schon heute Pläne geben, mit Google+ irgendwie Geld zu machen. Primär geht es Google aber darum, mit Google+ noch mehr über seine User und deren Absichten zu erfahren, was letztlich auf die Verbesserung der Google-Suche und der detaillierteren Aussteuerung von AdWords-Anzeigen zugute kommen soll.

2013 fing Google mehr und mehr an, Inhalte aus Google+ auch in den Suchergebnissen anzuzeigen. Was bisher überwiegend im eingeloggten Zustand stattfindet, wird uns 2014 mehr und mehr auch dann über den Weg laufen, wenn wir in der Google-Suche aktiv sind, ohne eingeloggt zu sein. Dieser Schritt ist für Google logisch und wird dafür sorgen, dass Google+ noch mehr in den Fokus rückt.

Mit steigenden Nutzer-Zahlen von Google+ wird auch dieses soziale Netzwerk selbst wichtiger, wenn es um mehr Reichweite für eigene Inhalte geht. Durch die Verknüpfung mit dem Authorship-Markup, das 2014 höchstwahrscheinlich nicht nur für Personen-Profile, sondern auch für Marken immer wichtiger werden wird, steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass Inhalte und Qualitätskriterien direkt aus Google+ an Einfluss gewinnen. 2014 wird es deshalb wichtiger denn werden, auf Google+ aktiv zu sein und dort ein qualitativ hochwertiges Profil abzuliefern, das auch multiplikatorische Fähigkeiten hat.

6. Mehr Reichweite kostet Geld

Facebook führte Ende letzten Jahres einen bedeutende Veränderung im News Feed ein und sorgte durch die Änderung des Algorithmus dafür, dass die organische Reichweite von vielen Facebook Pages sank. Und obwohl Facebook gebetsmühlenartig beteuert, dass dieser Schritt nicht dazu zwingen soll, die fehlende Reichweite durch Werbung nachzukaufen, passiert jetzt genau das.

Wer seine ursprüngliche Reichweite wiederherstellen (oder steigern) will, ist von nun an mit Facebook Werbung gut beraten. 2014 ist bezahlte Reichweite definitiv ein Trend. Wer also weiter viele Menschen erreichen will, muss für die Reichweite etwas tiefer in die Tasche greifen. Das mag bei vielen Marketing-Verantwortlichen für Ärger gesorgt haben, ist aber eine logische Folge der Entwicklung im Social Media Marketing.

Auch bei Google muss man seit Jahren für Reichweite zahlen – AdWords macht es möglich. Und warum sollte das auf Facebook anders sein? Die großen Portale haben die Reichweite und wollen diese Reichweite, wie jede andere Website auch, zu Geld machen. Das muss dann übrigens aber nicht immer heißen, dass auch der bessere Content mehr Reichweite erzielt – wie das laut Aussage von Facebook eigentlich gewünscht ist, um die Qualität im News Feed dauerhaft zu verbessern.

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Björn Tantau
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