Bevor es zu spät ist: Höchste Zeit für Social Timing!

Björn Tantau
Von Björn Tantau August 8, 2013

Kirche Enge„Schatz, lass uns heiraten und Kinder kriegen“ – „Toll, dass du gerade fragst, wenn wir im Supermarkt an der Kasse stehen.“ – Es ist gar nicht so einfach, das perfekte Timing zu finden. In der Liebe genauso wie im Job. Der US-Top-Manager Lee Iacocca bringt es auf den Punkt: „Das ist das ganze Geheimnis des Lebens – Timing.“ Diesen ganz bestimmten Augenblick abzupassen, an dem alles stimmt und zu dem man genau das erreicht, was man so sehr will… Auch bei der Vermarktung von Inhalten auf sozialen Netzwerken gibt es diese perfekten Zeitpunkte. Wer auf sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter oder Google+ aktiv ist, der muss sich genau überlegen, wann er seine Zielgruppe in welchem dieser Netzwerke am besten erreicht. Davon kann viel abhängen: Erwischt man den falschen Zeitpunkt, dann könnten die eigenen Botschaften ungehört verklingen oder man erreicht viel weniger Menschen als eigentlich möglich. Die Ermittlung des richtigen Zeitpunkts ist also enorm wichtig. Um das hinzubekommen, muss man sämtliche Fakten kennen, auf die es ankommt. TESTROOM verrät Ihnen, was Sie über Social Timing wissen müssen und wie Sie davon profitieren.

Das macht Social Timing so entscheidend

Content ist immer noch King, auch beim Social Media Marketing. Nur: Der beste Content kann verpuffen, wenn er zum falschen Zeitpunkt verbreitet wird. Social Timing ist ein wichtiger Faktor, den man unbedingt beachten muss.

Beim Social Timing geht es grundsätzlich darum herauszufinden, wann man seine Zielgruppe am effektivsten in sozialen Netzwerken erreicht. Die Fanbase ist nie ganz homogen, unterscheidet sich von Netzwerk zu Netzwerk; die Verhaltensweisen von Usern auf Facebook, Google+ oder Twitter unterscheiden sich signifikant.

Wer genau weiß, wann er seine jeweilige Community am besten erreicht, hat ganz klar einen strategischen Vorteil. Und es liegt auf der Hand, dass sich nachts um drei nicht so viele User auf Facebook und Co. erreichen lassen wie zu anderen Zeiten.

So lässt sich der richtige Zeitpunkt ermitteln

Tests und Messungen sind beim Social Timing die halbe Miete. Wer wissen will, welche Follower zum Beispiel auf Twitter zu bestimmten Zeiten unterwegs sind, benötigt zunächst eine Reihe von Postings. Diese Postings müssen zu ganz unterschiedlichen Zeiten veröffentlicht werden. Hier sollte man ruhig etwas spendabel sein. Je mehr Daten sich für eine Auswertung heranziehen lassen, desto genauer wird am Ende die Analyse sein.

So ist am Wochenende zum Beispiel auf Facebook oft mehr los als an Werktagen. Das hängt immer damit zusammen, ob die User überhaupt Zeit für das soziale Netzwerk haben. Viele User haben während der Arbeit keinen Zugriff auf Facebook. Bei schlechtem Wetter können generell mehr Menschen online sein, weil man dann nicht gern das Haus verlässt. Insofern hat Social Timing Gemeinsamkeiten mit der Vermarktung von Newslettern. Auch dort geht es darum herauszufinden, wann die eigene Botschaft von möglichst vielen Menschen konsumiert wird. So kann gesteuert werden, wie sich Reichweite und Besucherzahlen für eigene Inhalte entwickeln.

Immer wieder zu messen und zu testen, das ist entscheidend, ganz gleich in welchem sozialen Netzwerk man Erfolg haben will. Es ist die Aufgabe des Versenders, sich darum zu kümmern, dass die eigenen Botschaften sich nach dem Zeitplan der User richten. Social Timing kommt dementsprechend nie am Anfang einer Strategie, sondern ist immer in der Mitte angesiedelt. Bevor man weiß, wann die meisten der eigenen Facebook-Fans online sind, muss man ihr Verhalten erst erforscht haben. Und das klappt sehr gut, wenn man ein paar Tools besser kennenlernt.

Diese Tools brauchen Sie unbedingt

Social Timing hängt mit Social Media Monitoring zusammen. Die Beobachtung der eigenen sozialen Kanäle bringt genaue Erkenntnisse darüber, wann, wo und wie über die eigenen Inhalte gesprochen wird. Hier ist der Markt an Tools mittlerweile sehr groß, allerdings handelt es sich dabei um kostenpflichtige Tools, die nicht unbedingt sofort empfehlenswert sind, weil man als Nutzer zunächst kein oder nur wenig Geld ausgeben will. Am Anfang geht es zunächst darum herauszufinden, wann man am meisten User erreicht.

FanpageKarma

Facebook: Hier bietet sich zum Beispiel Fanpagekarma an, eine spezielle Software, die über den Internetbrowser aufgerufen wird. Das Tool ermittelt recht zuverlässig Tage und Uhrzeiten, an denen sich Postings lohnen. Mittlerweile bietet Facebook solche Auswertungen mit den neuen Statistiken übrigens teilweise auch selbst an.

FanpageKarma

Twitter: Für Twitter gibt es das Tool mit dem Namen Tweriod. Es ermittelt die Zeiten, zu denen die meisten der eigenen Follower online sind. Basierend auf diesen Erkenntnissen lässt sich dann sehr einfach herausfinden, wann man selbst veröffentlichen sollte – und wann es keinen Sinn macht. Die Zeiträume, die von beiden Tools ermittelt werden, sind Richtwerte. Die Feinabstimmung muss man selbst vornehmen, allerdings ist mit dieser Eingrenzung schon ein großer Schritt getan, der die Arbeit immens erleichtert.

Tweriod

Google+: Ist in Sachen Statistiken noch nicht wirklich offen. In diesem Fall muss also von Hand gemessen werden. Die eigenen Veröffentlichungen auf Google+ müssen einzeln auf ihre Popularität und Verbreitung innerhalb des Netzwerks geprüft werden. So findet man genau die Inhalte, die von den Usern viel geteilt wurden und auch die, bei denen das nicht so oft oder gar nicht der Fall gewesen ist. Die gute Nachricht: Je nach Thema lassen sich auch Erkenntnisse, die man auf Facebook gewonnen hat, für Google+ verwenden; wer sich auf Facebook für BMW interessiert, wird sich auch auf Google+ informieren. Aber auch wenn das Thema gleich ist: Nicht immer erreicht man die gleichen Menschen auf den unterschiedlichen Netzwerken.

So bereiten Sie sich vor

Wer sein Social Timing erfolgreich gestalten will, sollte unbedingt einen Plan erstellen, in dem genau aufgeführt ist, wann welche Themen veröffentlicht werden sollen. Ein solcher Redaktionsplan muss gut vorbereitet werden. Nur so verliert man nicht den Überblick über die Themen und den richtigen Zeitpunkt, diese zu veröffentlichen.

Viele Termine lassen sich bestimmten Branchen oder Themen zuordnen. So ist es sinnlos für einen Fahrzeughersteller, Inhalte über Motorräder zu veröffentlichen, wenn gerade eine Automesse stattfindet. Und Informationen über Weihnachtsartikel werden im Hochsommer bestenfalls ein paar Leute interessieren. Wenn eine Plattenfirma aber anlässlich des Eurovision Song Contests einen ausführlichen Artikel über diese Veranstaltung veröffentlicht und in ihren sozialen Kanälen verbreitet, dann ist hohe Aufmerksamkeit garantiert.

Zu den Vorbereitungen gehört es auch, sich über mögliche Multiplikatoren und Influencer zu informieren. Zu welchen Personen mit viel Reichweite aus der eigenen Branche hat man schon einen guten Draht? Wie kann man andere Multiplikatoren erreichen und wie schafft man es, sie für die eigenen Zwecke einzuspannen? Schafft man es, diese Personen zu aktivieren und bittet man sie, die eigenen Inhalte zu bestimmten Zeiten zu teilen, dann wird der Effekt des Social Timings extrem gesteigert.

Testen, messen, optimieren… und von vorn

Bleiben Sie am Ball: Wie in vielen anderen Disziplinen des Online Marketings wird man nur dann wirklich erfolgreich, wenn man ausgiebig testet und ordentlich misst. Je besser man darüber informiert ist, wann und wo man in den sozialen Netzwerken wie stattfindet, desto erfolgreicher kann man sich mit der Zeit positionieren. Langfristig gesehen führt das dazu, dass Ihre Reichweite immer größer wird.

Optimieren Sie: Zum Prozess des Testens und Messens gehört die Optimierung. Wie Websites lassen sich auch Strategien, Abläufe und Kampagnen optimieren. Die Daten dafür werden von Tools geliefert oder entstehen durch Erfahrungswerte. Die richtigen Schlussfolgerungen für die Optimierung allerdings muss man selbst ziehen. Oder man sorgt dafür, dass man einen verlässlichen Partner hat, der solche Dinge erledigt.

Bleiben Sie flexibel: Es ist wichtig, auf Veränderungen reagieren zu können. Außerdem können sich Umgebungsvariablen verändern. Was vor einem Jahr gut funktionierte, muss heute nicht mehr zwingend von Vorteil sein. In diesem Punkt verhalten sich Social Media Marketing und Social Timing nicht anders als andere Disziplinen im Online Marketing. Es kommt immer darauf an, gut informiert zu sein und anhand sinnvoller Daten die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Social Timing ist solides Handwerk

„Zwischen zu früh und zu spät liegt immer nur ein Augenblick“ wusste schon der Schriftsteller Franz Werfel. Diesen Augenblick zu treffen, das ist die Kunst, das ist die Herausforderung, der man sich beim Social Media Marketing stellen muss. Um dabei erfolgreich zu sein, kommt es darauf an, sich gegenüber der Konkurrenz strategische Vorteile zu erarbeiten. Durch konsequentes Messen und Testen seiner eigenen Aktivitäten findet man heraus, wann etwas funktioniert – und wann nicht. Dabei müssen die eigene Strategie und die eigenen Vorgehensweisen immer wieder auf den Prüfstand gestellt werden. Das kann man selbst erledigen – oder mit Hilfe eines kompetenten Partners.

Bildquelle: Bagal, pixelio.de

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