Chart Of The Week 11:
Digitale Inhalte – ein kleines Geschichtsstündchen

14.03.2018 - Kai-Uwe Günther Chart Of The Week 11: <br>Digitale Inhalte – ein kleines Geschichtsstündchen

Wussten Sie eigentlich, dass jeden Tag etwa 2,5 Quintillionen Bytes an digitalen Inhalten entstehen? Quintiwas?! Quintillionen – das ist eine Zahl mit 30 Nullen! Oder dass etwa 90 Prozent aller digitalen Inhalte allein in den letzten zwei Jahren entstanden sind? Überraschend? Eigentlich nicht, wenn man bedenkt, dass 3,8 Milliarden Menschen online sind – also die Hälfte der Weltbevölkerung. 3,4 Milliarden (46 Prozent aller Menschen) nutzen das mobile Internet, während 2,8 Milliarden (37 Prozent) sich auf Social-Media-Angeboten tummeln. Irgendwo müssen die ganzen Daten ja herkommen … Wir werfen einen Blick auf die Entwicklung von digitalen Inhalten und Medien.

Digitale Welt gestern und heute

Wie sieht sie denn aus, die digitale Welt von heute? Ein paar Zahlen: Der Wert der Kryptowährungen wie Bitcoin hat sich allein im Jahr 2017 verdreiundvierzigfacht – von 18 Milliarden auf 775 Milliarden US-Dollar. Über die Hälfte der US-Bevölkerung nutzt mindestens zwei Anbieter von Video-Streaming. 50 Prozent der weltweiten Musikumsätze werden inzwischen durch digitale Angebote erwirtschaftet. Demgegenüber stehen nach wie vor rund zehnprozentige Auflageverluste bei der guten, alten gedruckten Zeitung.
Und wie fing alles an? Amazon zum Beispiel, jetzt der Gigant im Online-Handel, wurde erst 1995 gegründet und hat aktuell etwa 65 Millionen Mitglieder allein für sein „Prime“-Angebot. Seit dem Start von Netflix im Jahr 2008 hat der Video-Streaming-Dienst derzeit 100 Millionen Kunden – sozusagen von null auf hundert in zehn Jahren. Noch spektakulärer ist die iPhone-Erfolgsstory: Die Markteinführung des ersten Apple-Smartphones war 2007, heute sind 700 Millionen iPhones in Benutzung.
Ein paar Nachteile hat die fortschreitende Digitalisierung aber auch: Inhalte, die digital erworben werden, sind nicht unbedingt für die Ewigkeit. Was zum Beispiel, wenn Amazon in eine Pleite schlittert? Dann wären die vorher angeschafften digitalen Inhalte natürlich auch flöten. Na gut, das ist eher lästig als gefährlich. Aber wie wäre es hiermit: In den Jahren 2015 bis 2025 soll sich die Anzahl der täglichen digitalen Interaktionen mehr als verzwanzigfachen – von 218 auf 4.785. Fast 5.000 Interaktionen mit Geräten und Diensten am Tag! Die fortschreitende Vernetzung macht also die digitale Welt realer als die echte Welt. Muss ja nun nicht sein …

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