Chart Of The Week 30:
Catch Him If You Can –
der User, das flatterhafte Wesen

23.07.2018 - Matthias Lotzin Chart Of The Week 30: <br>Catch Him If You Can – <br>der User, das flatterhafte Wesen

Der Content Marketer hat’s schwer: Ein Großteil der User fliegt lediglich über die Inhalte, verbleibt nur Sekunden auf einer Webseite und flattert dann schon wieder woanders hin. Da hilft nur eines: einfangen!

Sekundenspiel Content-Konsum

Da hilft kein Jammern und Wehklagen: Der User ist ein flatterhaftes Wesen. Laut Infografik „How People Read Content Online“ der Digitalagentur Go-Gulf mit Sitz in Dubai dauern 55 Prozent aller Seitenaufrufe weniger als 15 Sekunden. Für das Content Marketing bedeutet das: Der Leser muss binnen weniger Sekunden von einem Inhalt gefesselt sein, ansonsten ist er weg. Keine neue Erkenntnis, aber eine, die sich Marketer immer wieder vor Augen führen sollten.

Ebenfalls keine neue, aber eine wichtige Erkenntnis: Nutzer lesen Textbeiträge nicht komplett. Ihr Hauptaugenmerk lenken sie auf die Informationen Above the Fold – also auf das, was sie auf einen Blick sehen, ohne scrollen zu müssen. Die Überschrift eines aufgerufenen Artikels schauen sich 97 Prozent an, den Vorspann sogar 98 Prozent – aber 60 Prozent fliegen nur über den restlichen Text, ohne ihn Zeile für Zeile zu lesen. Gerade mal 20 Prozent eines Textes liest ein durchschnittlicher User, nur 10 bis 20 Prozent der Nutzer kommen überhaupt bis zum Ende eines Artikels. Die Zahlen verdeutlichen die zentrale Bedeutung von Überschriften und Vorspännen: Wenn sie den User nicht packen, geht gar nichts.

Kleine Differenzen, große Konsequenzen

Gelingt es, Nutzer mit längeren Lesestücken zu binden, zahlt sich das aus: User, die sich drei Minuten lang mit einem Beitrag beschäftigt haben, rufen ihn doppelt so oft erneut auf wie Nutzer, die sich nur eine Minute dem Text gewidmet haben. Bei der Verweildauer machen schon ein paar Sekunden Differenz einen gewaltigen Unterschied aus: User, die sich mindestens 15 Sekunden lang auf einer Webseite aufhalten, erinnern die dort promotete Marke deutlich häufiger (zu 25 Prozent) als Nutzer, die höchstens 10 Sekunden verlieben sind.

Was bleibt unterm Strich? Den User, das flatterhafte Wesen, das mehr überfliegt als liest, gilt es einzufangen. Mit Content, der so gut ist, dass der Nutzer bei der Stange bleibt. Abermals keine neue Erkenntnis, aber eine permanente Herausforderung im Content Marketing.

 
How People Read Content Online – Statistics and Trends

Grafik: Go-Gulf